Dieser Blog dient allen an meiner Reise durch Australien interessierten als Infoplattform. Der oberste Text ist immer der Aktuellste. Um mir etwas mitzuteilen, schickt mir eine e-mail ( Der-Magnus@web.de ) oder klickt unter einem Beitrag auf "Comments", dann auf "Anonymous", schreibt euren Text und veröffentlicht ihn. Viel Spaß beim lesen... P.s.:Rechtsschreib- und Interpunktionsfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Belustigung ; Wer welche findet, darf sie behalten

4.28.2006

Immer noch in Byron Bay

( So siehts bei uns immer das Fruehstueck aus )


Hallo ! Ich hab ja gesagt, das ich versuche so oft wie moeglich zu schreiben. Aber hier ist das alles etwas teurer als in Sydney. Gerade hab ich die erste halbe Stunde internet frei. Laenger will ich auch nicht surfen, da es ab dann zwei Dollar die Stunde kostet. Und Fotos hochladen darf ich sowieso nicht, das dauert also auch noch.

Also, wie gesagt, ich bin immernoch in Byron Bay. Als ich hier ankam hab ich mich sofort mit Boris, dem Hamburger aus dem Hostel in Sydney, getroffen. Die ersten zwei Tage hier waren wir sehr enttaeuscht. Byron Bay wird von allen immer so hochgelobt. Und als wir hier ankamen hat es geregnet und es war so richtig kalt und ungemuetlich. Doch nach zwei Tagen, als wir schon unsere Abreise planten, wurde ploetzlich alles besser. Super Wetter. Boris hat ne email bekommen, das zwei Maedels aus dem Hostel in Sydney auch hier sind. Klar haben wir uns gleich mit denen getroffen. Filliz und Kerstin ausm Osten. Alexander ( der mit dem ich in Sydney auf der Koerperweltenausstellung war ) kam gestern auch noch nach. Somit ist unsere kleine Familie die in Sydney schon immer zusammen rumgehockt und gekocht hat wieder vollzaehlig. Kerstin und Filliz wohnen in einem Bungalow-Hostel etwas ausserhalb von der Stadt. Wir Jungs haben da ganz dreist die Dusche mit benutzt und auch gekocht. Die Mitbewohner im Bungalow hatten da zum Glueck nix gegen. Die maedels fahren gleich mit dem Bus weiter nach Surfers Paradise und wir drei Jungs mit evtl noch nem Mitfahrer in den naechsten zwei Tagen hinterher. Wir wollen das mit dem zusammen rumreisen bis mindestens Brisbane weiter beibehalten. Ist witziger, billiger um man erlebt in der Gruppe einfach mehr. Wir haben richtig tolle Gruppenbilder am Leuchtturm gemacht.


Und genau, mein Surftraining. Boris hat ja ein Surfbrett zum Auto ( Ein richtig schicker alter VW Bus namens Roxi ) dazu bekommen. Das ist aber leider ein Kinder bzw. Profibrett, da es so klein ist. Fuer uns Laien leider unmoeglich zu reiten. Ich werde mir morgen wohl wieder eins leihen und mich in die Wellen sturzen. Heute oder besser gleich machen wir einen Tagesausflug mit einem Reiseveranstalter in den Bush zum Tiere gucken ( ?! ) und zur Koala-Klinik. Da bin ich ja mal gespannt....!

Also, Berichte folgen...

4.23.2006

Gruesse aus Deepwater


Ich weiss, ich hab lange nix von mir hoeren lassen. Daher jetzt ein extra langer Bericht ueber die vergangenen Tage : Ich bin ja letzten Montag in Sydney gestartet. Leider alleine. Ich hab wirklich intensiv nach Mitfahrern gesucht, aber, nix zu machen. Also sind Volker und ich Montag mittag auf nach Norden. Ich bin nicht mit der Voraussetzung gastartet moeglichst schnell weit weg zu kommen. Erstmal einfach nur raus aus Sydney. Daher hab ich die erste Nacht direkt in Newcastle, etwa 2,5 Autostunden von Sydney entfernt verbracht. Newcastle ist australiens groesste Industriestadt. Mit Kohleabbau, riesigem Containerhafen und allerhand Industriegebieten. Alles in allem keine sehr huebsche Stadt. Ich hab Volker auf einem sehr gepflegten Privatparkplatz eines Yachthafens postiert und da die Nacht verbracht. Da ich mein Rennrad bei habe bin ich vorm schlafengehen noch ne Runde durch die Stadt gefahren und hab die Hostels nach willigen Mitfahrern abgeklappert. Nix !
Bis dahin hab ich mich schon entschieden erstmal die Werkstadt in Deepwater anzusteuern um Volker fit zu machen und auch schon alles mit Gerd per Telefon besprochen. Er gab mir den Tipp die beiden neuen Reifen fuer Volker im Raum Sydney zu kaufen, da es da billiger ist, als bei seinem Sohn auf dem "Land". Und somit hab ich naechsten Morgen dem Volker sein neues Paar Schuhe aufziehen lassen. Gegen Mittag wieder auf der Bahn, bzw. abseits des Highway, denn ich will ja was vom Land sehen. Hier gibts regelmaessig Hinweissschilder zu "Tourist ways". Das sind Strecken parallel zu den Highways und Hauptverkehrsstrassen durch allerhand kleine Oertchen und Gebiete die man sonst nicht sieht. Das sind dann zwar immer Umwege, aber wenn man Zeit hat ist das fantastisch. Man faehrt durch Ortschaften an der Kueste mit weniger als 100 Einwohnern und die haben Traumstraende vor der Tuer. Und weit und breit keine Touristen. Kleine Paradiese. Zehn Minuten nach fahrt auf meinem ertsen Tourist way hab ich auch gleich zum ertsen Mal frei lebende Kaengurus gesehen.
Am fruehen Abend kam ich in Port Macquary ( oder so aehnlich, ich hab gerade keine karte zur Hand ) an. Ein nettes kleines Oertchen das bei Rentner sehr als Altersruhesitz beliebt ist. Ca. 500 km noerdlich von Sydney schon spuehrbar waermeres Klima. Ich hab erstmal am Haupt-touristen-strand geduscht ( Kalt - ist halt umsonst ) und mir mein Abendessen gekocht. Zum schlafen dort parken ging aber nicht. Ueberall standen grosse Verbotsschilder. Und wenn einen die Polizei bein Campen erwischt kanns richtig teuer werden. Darum bin ich etwas an der Kueste entlang gefahren und hab am erstbesten Strand ohne Camping-verbotsschilder geparkt und geschlafen. Da war es schon dunkel und ich hab das Meer nur gehoert und wusste garnicht wo genau ich da gerade Stehe. Auf jeden Fall standen da schon zwei andere Vans am Strassenrand in denen eindeutig Leute schliefen. Man kriegt da nach einiger Zeit einen Blick fuer: Zugezogene Gardienen und beschlagene Scheiben = Backpacker.
Und naechsten Morgen dann der Hammer. Um acht aufgewacht, raus aus dem Wagen und Bohr ey ! Ein zwar kleiner aber super huebscher Strand. Hoechstens dreihundert Meter lang in einer Bucht. Traumhaft. Sonnenschein, tuerkis-blaues Wasser, die Wellen preschten auf den Strand. Haette der Garten Eden ein Strand, ungefaehr so saehe er aus ! Ehrlich. Ein peniebel gepflegter Gruenstreifen zwischen Strasse und Sand, mit Picknickbaenken und Palmen. Und fast kein Mensch ausser mir da. Herrlich. Ich hab sofort mein Fruehstueckszeug ausgepackt und erstmal mit Meerblick im Palmenschatten meine Ernussbuttertoast und Muesli mit Milch gefutter. Waehrend dessen hat sich keine zehn Meter von mir eine Surfschule aufgebaut. Wie das in Australien so laeuft begruesst man sich und kommt auch irgendwie ins Gespraech. Ich hab mich sofort erkundigt ob sie heute ausgebucht sind und was das so kostet. Und was glaubt Ihr wohl ? Noch freie Plaetze, zwei Sunden Kursprogramm fuer Anfaenger 40 Dollar inkl. Surfboard und Shorty ( Neoprenanzug ). Erst kurze Einweisung, trockenuebungen am Strand und keine 20 Minuten spaeter lag ich auf dem Brett im Wasser und hatte den Spass meines lebens. Auf der Liste mit meinen 10 besten investierten 40 Dollarn steht die Aktion gaaaaanz weit oben. Wir waren ungefaehr 15 Surfanfaenger. Von 14 bis 40 Jahre alles dabei. Und ohne anzugeben, ganz ehrlich, ich war einer der ersten die aufrecht auf dem Brett standen. Zwar nicht lange, aber ich stand. Und man ist das anstrangent. Der Wellengang an dem tag war echt nicht ohne. Fuenf Minuten Paddeln fuer vielleicht 20 Sekunden Spass. Trotzdem super Sache. Ich werds bei der naechsten Gelegenheit gleich wieder probieren. Nur die Wunden an meinem Bein brannten etwas. Das war auch ein Ding. Ein Tag zuvor hab ich ne Pause vom Autofahren am Strand eingelegt. Ich wollte Barfuss etwas in der Brandung entlanglaufen. Zwischen Parkplatz und Strand war ein kleiner Zaun, eher eine Duenenbefestigung gespannt. Etwa 80 cm hoch. Auf meiner Seite sogar noch flacher, da ich auf nem Sandhaufen stand. Ich war irgenwie zu faul um den Zaun herum zu laufen. Daher dachte ich mir ich springe einfach rueber. Ist ja auch keine grosse Sache. In der linken Hand hatte ich einen Apfel, in der Rechten meine Wasserflasche. Ich setzte zum Sprung aus dem Stand an, ging in die Knie und sprang ab. In dem Moment gab der Sandhaufen auf dem ich stand nach und sackte etwas ab, wodurch ich nicht genug an Hoehe gewann und nur EIN Bein ueber den Zaun kam. Mit dem anderen blieb ich haengen, landete mit meinem besten Stueck auf dem Zaun ( zum Glueck nur ein dickes Seil das ein feinmaschiges Netz hielt ) hatte aber noch Schwung nach vorn und kippte seitlich Richtung Strand weiter. Das Gelaechter am Strand hielt sich zum Glueck in Grenzen. Sofort standen Leute um mich herum und erkundigten sich ob ich ok bin. Das war einer dieser Momante wo man am liebsten im Boden versinkt. Naja. Ich habs ueberlebt. Mein linker Obersckenkel ist voller Kratzer, mein Knie voller blauer Flecken und mein Schienbein, ach was weiss ich was das fuer Wunden sind. Auf jeden Fall alles schoen bunt. Und das brante halt tierisch naechsten Tag beim surfen wegen dem Salzwasser. Egal, weiter im Text. Nach einigen Kilometer kam ich am Abend nach Coffs Harbour. Nicht erwaehnenswertes passiert in de Kaff. Ich hab am Fischerhafen geparkt und geschlafen. Und ich hab mich telefonisch bei Gerd in Deepwater angemeldet. Nach Blick auf meine Karte hab ich mir ausgerechnet das ich noch zwei Tage bis dahin brauchte. Das war aber letztendlich viel zu viel, ich haette schon am naecheten Tag am nachmittag da sein koennen. Ich wollte natuerlich nicht einen Tag zu frueh unangemeldet bei den Tucholskis auftauchen. Daher hab ich auf halber Strecke eine Nacht im Gibraltar Range Nationalpark verbracht. Wirklich toll. Er liegt in einem Gebirge. Ich bin fast ne halbe Stunde nur Bergauf gefahren. Dann von der Hauptstrasse durchs Gebirge noch neun Kilometer ueber Schotterwege zum Parkeingang. Da gabs aber kein Pfoertner oder Empfangshaeuschen. Nur Infotafeln mit Kaestchen in denen Formulare sind die man ausfuelt, passend Geld ( 7 Dollar pro Tag pro Person und Auto ) in einen Umschlag fuer die Standgebuehr steckt, den in den Kasten zuruck legt und sich einen Kontrollabschnitt auf Armaturenbrett legt. Ab und zu fahren Ranger auf Motorquads vorbei und kontrollieren das. Sonst ist man auf sich allein gestellt. Ich kam leider spaet am Tag im Park an und koennte nicht mehr viel vor Einbruch der Dunkelheit machen. Aber naechsten Morgen hab ich mir nen Wanderrucksack gepackt, hab mir ne schoene Wanderstrecke ausgesucht und bin losmaschiert. Ich hab mir Anvil Rock als Ziel ausgesucht. Sollte drei Stunden dauer. So um die 8 Kilometer. Nur hab ich die Info falsch verstanden und aus 8 wurden fast 16 Kilometer und aus drei Stunden wurden fuenf. Daher kam ich auch etwas zu spaet als erwartet bei Gerd in Deepwater an. Aber der Park ist unglaublich schoen. Es geht staendig abwaechselnd durch normalen Wald und dann wieder durch Regenwald. Mit spektakulaeren Ausbblicken und wahnsinnig tollen Flusslaeufen. Anvil Rock ist ein Granitfelsenberg inmitten eines riesigen Regenwaldtales. Es gibt nur einen Wanderpfad von dem man nicht abweichen kann, selbst wenn man moechte. Der Busch bzw. Wald ist einfach zu dicht. Und der Ausblick von da oben...! Eigentlich endet der offizielle Wanderweg kurz vor der Bergspitze. Aber ich hab einen Weg bis fast ganz nach oben gefunden. Ne ganz schoene Klettertour durch enge Felsspalten und uebergroesse Felsen. Dabei kann man nicht anders als zum Wander und Naturfreak zu werden. Richtig toll.
Am Abend kam ich in Deepwater bei Gerd an. Der hat mich schon garnicht mehr erwartet und dachte ich komm dann erst naechsten Tag an. Daher hatte er auch leider keine Zeit mehr an dem Abend und ich hab am Rande eines kleinen Parks in Volker uebernachtet. Und in dieser Nacht gabs ausgerechnet noch den ersten Frost des jahres. Man hab ich gefrohren. Ich bin um vier in der nacht aufgewacht und alle meine Scheiben waren zugefrohren.
Uebrigens Deepwater ist sogar auf meiner ganz grossen Australienkarte aus meinem Reisefuehrer abgebildet. Daher war azunehmen das das schon ein etwas groesseres Staedtchen ist. Also ich mit Volker nach Deepater ueber die Hauptstrasse reingefahren kam, hab ich nen Blick nach links auf die Haeuser geworfen. Als ich nach rechts gucken wollte, war ich schon fast wieder aus Deepwater raus. 300 Einwohner ! Klein ist noch uebertrieben. Nichtmal der Hund ist hier begraben. Trotzdem ganz nett hier. Die Tucholskis wohnen etwas ausserhalb. Gerd mit seiner Frau Brigitte und ihrer Mutter. Brigitte hab ich leider noch nicht kennen gelernt da sie gerade auf einer Hochzeit in Indonesien ist. Fuer deutsche Verhaeltnisse sind sie schon Grossgrundbesitzer. Mit nettem Haeuschen im gruenen und kleiner Rinderzucht, Huenern und zwei Pferden. Wir sind am Tag meiner Ankunft noch zur Werkstatt gefahren, die mal Gerd gehoerte und jetzt von seinem Sohn Simon gefuehrt wird. Das war am Freitag. Simon hat aber erst morgen ( Montag ) fuer mein Auto zeit. Daher hatte ich wiederrum etwas Zeit und wollte erst wieder in einen Nationalpark fahren, doch Gerd und Simon ueberredeten mich in Deepwater zu bleiben und mit ihnen das Wochenende zu verbringen. Das war echt toll. Freitag Abend bin ich mit Simon, seiner Frau Elice und deren Freund Andrew in die naechste Stadt nach Tanterfield in eine Bar gefahren. Hier ist es ueblich seine Abende in den Kneipen vor Gluecksspielautomaten zu verbringen, wie man sie aus unseren Kneipen und Pommesbuden kennt, nur ein klein wenig besser bzw. attraktiver aufgemacht. Simon hat da auch ein recht glueckliches Haendchen. Sein hoechster Gewinn war 1700 Dollar und am Abend als wie da waren hat er auch immerhin 700 Dollar gewonnen. Fuer mich ist das aber nix. Ich hab mit Andrew erst Dart und dann Billard gespielt. Andrew ist in der Schafzucht taetig. Bevor wir nach Tenterfield raus sind haben wir noch ein paar Schaafe mit dem Truck zur Herde zurueck gebracht. Auf dem Weg ging die Sonne gerade unter, ich bin auf der Ladeflaeche mit gefahren und in der Ferne huepften Kaengurus umher. Echt iduellisch romantisch das Landleben hier. Ich durft die Nacht bei Simon im Gaestezimmer uebernachten. Heute uebernachte ich bei Gerd auf der Couch im Wohnzimmer. Ich darf bei den Temperaturen nicht mehr im Auto uebernachten da ich mir bein letzten mal ne ordentliche Erkaeltung weggeholt habe. Ich sitzte gerade auch mit Taschentuechern in der Nase vor Gerds Pc, damit ich beim schreiben nicht die Tastatur volltropfe. Die sind hier mehr als gastfreundlich zu mir. Ich durfte bei Gerd meine Waesche waschen, meine Auto endlich mal vernuenftig von innen putzen, kriege hier das leckerste Esser serviert und kuemmern tun die sich auch noch um mich mit meiner Erkaeltung. Um mich wenigstens etwas erkenntlich zu zeigen hab ich Gerd heute geholfen ein kleines Gemuesebet anzulegen. Erst haben wir Eisenstangen in den Boden geschlagen, mit einem dicken Rohr mit zwei Griffen an der Seite, keine Ahnung wie das genau heisst. Nach drei Stangen hatte ich schon Blasen an den Haenden, die auch sofort aufplatzten. Man war mir das peinlich. Das hat ausgesehen als haette ich noch nie schwer mit meinen Haenden gearbeitet. ( Ich kann mir meine alten Kollegen von der Buehnentechnik bildlich vorstellen, wie sie das lesen : "Kann er auch nich....!" :-) Weiss auch nicht wie das so schnell kam. Egal. Anschliessend haben wir Wellbleche drum herum abgebracht und alles mit Pferdemist von der Koppel gefuellt, damit die Hasen nicht an die Triebe kommen. Ich durfte nen alten Toyota Gelaendetagen fahren. Der ist aelter als ich. Total witzig die alte Moehre.
Morgen frueh gehts zur Simons Werkstatt und da wird Volker dann fertig gemacht. Neue Bremsscheiben vorne, irgendwelche unteren Bolzen von der Vorderradaufhaengung und noch ein Paar andere Kleinigkeiten.
Dann gehts morgen direkt weiter nach Byron Bay, dem Surferhotspot unterhalb von Brisbane. Dort treffe ich Boris und Alexander aus dem Hostel in Sydney wieder. Ich werde da wohl ein Paar Tage bleiben, mein Surfstil trainieren. Brois hat sich naemlich nen Van gekauft wo ein Surfbrett bei war. Das wird TOLLLLL !
So, jetzt seid Ihr wieder auf dem laufenden. Ich hoffe das ich das regelmaessige Schreiben beiberhalten kann. Denn das Nachtragen fuer ne ganze Woche in der so viel passieren kann, ist echt muehsam. Also, gruss an alle, bis denne, euer Magnus...

4.17.2006

Und Tschuess !!!

Letzte Nachricht aus Sydney. Nach vier Wochen ist das auch mehr als genug. Ich hab zwar keinen gefunden der mit wollte, was schade ist da man sich den Sprit haette teilen koennen, aber ich will nicht laenger warten und fahre jetzt alleine los. Noch kurz zum Supermarkt, tanken und dann ab auf die Bahn richtung norden. Es wird wohl drei bis vier tage dauern bis ich in Byron Bay bin, vielleicht fahre ich auch erst zur Werkstatt nach Deepwater, wie dem auch sei, Ihr werdet ein Paar Tage wohl erstmal nix von mir hoeren. Es sei denn das da wo ich schlafe ein Internetcafe ist. Also bis denne...

4.14.2006

Gut geschlafen ?

Also ich schon. Und zwar zum ersten mal in meinem Wagen. Ich hab noch frei Parken im Carmarket, aber da darf ich nicht schlafen. Wenn die mich erwischen kostet das 300 Doller Strafe. Also bin ich gestern Abend etwas ausserhalb von der Innenstadt auf einen Parkplatz gefahren und hab in Ruhe mein Nachtlager aufgebaut. Mit umgeklappten Ruecksitzen ist es hinten mehr als geraeumig. Es dauert halt noch etwas bis ich sortiert und fertig zum schlafen bin, das sollte sich aber in den naechsten Naechten einspielen.
Ich suche im Moment noch nach zwei Leuten zum mitfahren zwecks Spritgeldteilung, wenn ich die gefunden habe ( Ich hab in allen Hostels in der Umgebung Zettel aufgehangen ) gehts die naechsten Tage, vielleicht schon morgen, auf in den Norden. Erstes Ziel ist Byron Bay. So ein Szenetreff fuer Surfer und Backpacker wie mich :-) ! Auf der Strecke soller aber laufend wunderschoene Straende liegen wo man anhalten kann, etwas schwimmt, dort am Strand die Nacht ueber parkt und morgens am Meer fruehstueckt. Hoer sich doch recht romantisch an, oder ?
Von Byron Bay aus gehts kurz zur Werkstatt nach Deepwater und anschliessend die Kueste weiter hoch nach "Surfers Paradise" und hinterher nach Brisbane.
Wenn ich noch das ganze Wochenende hier verbringen muss, ist das auch nicht so schlimm, denn in Sydney faengt heute ein grosses Rockfestival mit australischen Bands an. Mal gucken, ich will nach fast vier Wochen Sydney schon hier weg. Ich hab noch zwei Wochen schon alles, aber auch wirklich alles gesehen gehabt. Mit etwas Glueck kommt die naechste Nachricht von mir aus Byron Bay. Also bis dann, gruss, Magnus...

Und ach ja, frohe Ostern

4.13.2006

Man kann nicht alles haben !

Ihr wisst noch, Adam von der Rezeption ? Er kam heute morgen in mein Zimmer, hat mich geweckt und meinte : "Hab wieder ein Jobangebot fuer Dich. In fuenf Stunden legt im Hafen ein Segelboot fuer Touristen ab und segelt sechs Tage bis zu den White Sundays ( Super Inselgruppe an der Ostkueste ). Die brauchen noch zwei Leute zur Verstaerkung der Besatzung. Zuruck gehts mit dem Flieger. Du brauchst nix bezahlen, musst mit an Bord anpacken, kriegst aber auch nix dafuer. Haste lust ?"
Ihr habt ja keine Ahnung was einen da so im kopf umhergeht. Auto, Waesche und und und. Ich hab dann erstmal den Typen angerufen und genauer nachgefragt. Sechs Tage offene See, ohne zwischenstop. Da ich sowas noch nie gemacht habe, hat er mir davon abgeraten. Die sind dann naemlich auf meine Hilfe angewiesen undd wenn ich Seekrank werde muss ich trotzdem mit ran. Ich habs dann also nicht gemacht. Koennte halt auch ein Horrortrip werden. Ich hab mir aber die Telenummer aufgeschrieben und werde wenn ich zurueck nach Sydney komme mal nachfragen ob die dann jemanden brauchen. Ich male mir jetzt einfach nicht aus, was ich verpasst habe....

4.12.2006

Alter Schwede !


War das ne Schow. Wieder von vorne : Ich hab letztes Mal garnicht erwaehnt, das ich zwei Leuten aus meinem Hostel, dem Boris aus Hamburg und der Wytske, einer Hollaenderin, gleich mit nen Job besorgt habe. Wir sollten eigentlich um halb elf, also nach Konzertende, am Treffpunkt vorm Stadion sein. Doch die Aussicht evtl. schon vorher rein zu kommen und was vom Auftritt der Stones zu sehen hat uns ja schon sehr verlockt und deshalb waren wir schon um kurz nach acht da. Unser Cheff meinte am Telefon ja nur das es evtl klappt eher rein zu kommen. Doch als die Stones angefangen haben zu spielen und wir vor der Halle warten mussten ohne Sicherheit ueberhaupt was zu sehen konnten wir nicht anders und haben uns noch Karten gekauft. Das Konzert war fast ausverkauft. Nur noch in der letzten Preiskategorie gabs noch Restkarten fuer 35 Dollar das Stueck. Das war die Haelfte unseres bevorstehenden Lohnes. Aber egal. Wir sind jung, die Stones alt, sogar sehr alt, und eine zweite Chance haben wir deshalb wahrscheinlich nicht mehr die Goetter des Rock zu sehen. Und es war fantastisch. 55 tausend Zuschauer ! Wir sassen fast ganz oben auf der laengsgerade. Super Stimmung.
Wir mussten leider etwas fruefer gehen um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein.
Nach Anmeldung bekamen wir wahllos irgendwelche t-shirts in die Hand gedrueckt und mussten die auch sofort anziehen. Ich habs erst garnicht verstanden bis mir auffiel, das wir so in Gruppen eingeteilt wurden. Ich hatte ein rotes, Boris und Wytske ein dunkel rotes Shirt. Also verschiedene Gruppen. Die Shirts durften wir auch behalten. Ich bekam erst ein schwarzes, aber kurz darauf ein rotes in die Hand mit der Aufforderund das schwarze auszuziehen und abzugeben um im roten Team "mitzuspielen". Natuerlich gab ich das schwarze T-shirt nicht wieder ab und hab jetzt zwei Stueck. Vorne drauf ist ein Aufdruck: Rolling Stones Bigger bang Tour 2006, Local Crew ! Vielleicht verkaufe ich das rote im Internet. Gibt bestimmt gut Geld.

Da sich das noch alles in der Katakomben vom Telstra-Stadium abspielte hatte man erst garkeinen Ueberblick. Doch als es dann raus ging fiel mir echt die Kinnlade runter. Von oben im Rang, also aus ca 100 m Entfernung sah die Buehne schon gross aus. Doch wenn man erstmal davor steht ist sie Gigantomanisch. Und ein Meer von Abbauhelfern in verschieden farbigen Hemden. Die finanzieren so wohl das ganze. Nur wenige eingewiesene Fachkraefte und fuenf mal so viele "doofe" Helfer die nur nach direkter Anweisung fuer laecherlich wenig Geld schuften. Und einer von den Doofen war ich halt auch ! Das muss man gesehen haben um es zu glauben. Bestimmt 300 Arbeiter nur an der Buehne, weitere zig Leute im ganzen Innenraum die Stuehle, den ca 60 m langen Laufsteg und die FOHs ( Technikplaetze fuer die Ton- u. Lichttechniker ) abbauten. Sah von oden bestimmt wie ein bunter Ameisenhaufen ohne System aus, nur das das halt doch alles irgendwie klappte. Und wie schnell das klappte. nach 5,5 Stunden war alles abgebaut und in ich glaube 25 richtig richtig langen LKW verstaut.
Wytske ist sich sicher sowas nicht mehr machen zu wollen. Obwohl es fuer sie, wie sie sagt, eine super Erfahrung war. Zumal sie nicht sofort wie Boris und ich direkt abbauen musste, sondern die erste Stunde einem Kameramann ein Kabel hinterher getragen hat und deshalb die Rolling Stones aus 10 m entfernung gesehen hat. Unfair !
Boris hats gefallen, auch wenn wir kaum Geld verdient haben. Wir teilen halt die Meinung : Super Erfahrung !
Eine groessere Produktion gibts in naechster Zukunft wohl nur bei uns in Deutschland im August, bei Robbie Williams. 80 tausend Zuschauer. Vielleicht laeuft es da ja genauso mit dem Abbaumanagement. Schade das ich nicht dabei bin. Aber evtl hat ja jetzt der ein oder andere von euch lust aufs Rock n Roll geschaeft bekommen....?
Wir sind dann morgens mit der Bahn nach hause, mussten aber noch mit dem Taxi zum naechsten Ort fahren, weil die Bahn vom Olympia-Park noch nicht so frueh morgens fuhr. Aergerlich. Egal, toller Abend !


Neues Thema : ICH HAB EIN AUTO !!!!

Gestern vorm arbeiten bin ich nochmal zum Carmarket und hab mich wie jeden Tag die letzte Woche auch umgeguckt. Und gestern wurde ich fuendig ! Ein Kombi aus west Australien ( da sind die Zulassungs- und Unterhaltskonditionen am guenstigsten ) in der Preiskategorie meiner Vorstellung. Ein Ford Falcon Baujahr 91, das wohl gaengigste Auto australiens. Das hoert sich fuer euch jetzt evtl etwas unglaubwuerdig an, aber er hat erst 218 tausend Kilometer weg. Das ist hier voellig normal. Und geringerer Tachostand ist unbezahlbar. Die Kiste hat 3,9 l kubik und so 130 PS. Wenn ich im Stand einmal kurz aufs Gaspedal trete, wackelt der ganze Wagen seitlich. So ne dicke Maschine ist da drin. Bei humanen Fahrstil verbraucht er laut den Vorbesitzern etwas unter 10 Litern Sprit auf 100 km. Genau, die Vorbesitzer : Zwei Jungs aus Hannover oder so die 7 Monate mit dem Wagen einmal rum um Australien sind.
Um euch, und vorallem meinen Vater zu beruhigen, ich hab nicht die Katze im Sack gekauft. Ich hab den Wagen nach Probefahrt und vor Kauf von einem unabhaengigen Mechaniker fuer 150 Dollar komplett durchchecken lassen. Natuerlich hat der auch Maengel gefunden. Aber nix grawierendes. Motor und Getriebe sind ok. Ich brauch zwei neue Reifen, Bremsscheiben vorne, ich muss die Spur einstellen und zwei winzige Oellecks dichten lassen. Dafuer konnte ich den Preis von 2800 auf 2000 Dollar druecken. Das entspricht der veranschlgten Summe fuer die Reperaturen, laut Mechaniker. Und ich hab ja den Bekannten mit der Werkstatt in Deepwater wo ich Rabatt bekomme. Ich ruf den gleich mal an um genauer es auszuhandeln. Koennte also sogar fast nach Schnaeppchen aussehen. Wenns keine boesen Ueberraschungen gibt. Und ich hab den Wagen zur besten Zeit gekauft. Sommerende. Alle wollen hier weg. Der Automarkt ist total ueberlaufen. Doch wenn ich den Wagen in ca 9 Monaten verkaufe, ist Sommeranfang. Dann sind Autos rar. Alle wollen mir erzaehlen das sie so rar sind, das ich sogar mit Profit raus kommen kann. man wird sehen...
Mein Auto hat auch einen Namen. Einer der Vorbesitzer hat ein Serviceheft angelegt indem alle Reperaturen und so aufgelistet sind. Und vorne auf dem Heft steht "VOLKER". Einer der Jungs meinte das is Abkuerzung fuer "Volle Kanne". Es soll hier Glueck bringen sein Auto nur mit persoenlichen Namen anzusprechen. Ich werde das auch machen. Auch hier auf der Seite. Das ist er also :

Ladies and Gentleman :


.............................Volker !

Ich weiss noch nicht ob ich sofort die Stadt verlasse und nach norden zur Werkstatt in Deepwater fahre, ich muss erst noch gucken ob ich hier weiter arbeiten kann. Aber auf jeden Fall wohne ich ab morgen im Auto. Ist kein Problem. Ich hab ja jede Menge Zeug mit dazu bekommen. Erstmal eine riesige aufblasbare Luftmatratze mit Kompressor fuer den Zigarettenanzuender. Dann einen Gaskocher mit zwei Herdplatten und Gasflasche, sammt Toepfen und besteck. Zwei Campingstuehle, Wasserkanister, zwei Kuehlboxen, und und und. Ich muss das erstmal alles ganz genau begutachten. Und ach ja, ne Angel und zwei billige Schnorchelausruestungen.

So mal gucken wie es weiter geht. Ich halte euch auf dem Laufenden...

4.11.2006

Ich habs schon wieder getan !

Ich hab mir schon wieder ein Fahrrad gekauft :


Eigentlich war ich wegen der Autos im Carmarket. Aber da ich mal wiede keines gefunden habe ( Ich bin wohl zu anspruchsvoll ) hab ich mir noch ein Rennrad gekauft. Das single-speed Mountainbike wird natuerlich wieder verkauft. Ich habs hier auch schon ins Internet gestellt.

Ich konnte einfach nicht anders. Zwar ein alter Peugeot-Rahmen, aber relativ neue Komponenten. In einem super Zustand. Fuer nur 100 Dollar. Echt ein Schnaeppchen. Das ist locker das doppelte wert. Und das ist kein Fahrrad fahren, das ist Fahrrad fliegen ! Macht wahnsinnig spass drauf zu fahren.

Autotechnisch hat sich wie gesagt nicht viel getan. Da war bis jetzt noch nicht das Richtige dabei. Ich hatte ja von meinem Automechaniker in Bochum, dem Heiko, eine Adresse von einem seiner Bekannten bzw. seines Vaters bekommen, der vor Jahren hierher ausgewandert ist. Ich hab mir die Nummer besorgt und Ihn angerufen. Hans Gerd Tucholski ! Lebt seit mitlerweile fast dreissig Jahren in Australien, ca 1500 km von Sydney entfernt. Er hat zwar einen starken Australischen Akzent, kann aber noch fehlerfrei deutsch. Heiko meinte das der mir helfen koennte ein Auto zu kaufen, evtl sogar selbst welche verkauft. Gerd hat aber leider nur eine Autowerkstatt in dem Doerfchen namens Deepwater, die inzwischen sein Sohn fuehrt, und konnte mir diesbezueglich nicht weiter helfen. Er hat mich aber zu sich eingeladen und wuerde mein Auto, wenn ich denn dann eins hab, kostenlos durchchecken und gegebenenfalls guenstig reparieren. Da sag ich doch nicht nein. Liegt ja fast auf meinem spaeteren Weg die Kueste hoch. Nur 500 oder 600 Kilometer von der Kueste entfernt, im Landesinneren. Also fuer australische Verhaeltnisse nur ein Katzensprung.

Ach, und nochwas hat sich getan: Heute Abend speilen die Rolling Stones hier in Sydney. Ich hatte eh vor hin zu fahren und zu gucken ob ich guenstig ne Karte aufm Schwarzmarkt bekomme. Und gestern hatte ich dann einen Geistesblitz : Ich hatte Probleme die richtigen Leute aus meiner Branche zu erreichen, um nach arbeit zu fragen. Und gesten dachte ich mir das da bei so einer grossen Produktion wie bei den Stones bestimmt ne Menge Leute rumlaufen die mir Jobtechnisch weiter helfen koennen. Gesagt-getan, bin ich gestern, auf meinem neuen Rad natuerlich, dahin gefahren. Wie ichs mir gedacht hab waren die gerade dabei die Buehne auf zu bauen. Ich hab den naechst Besten Typen mit nem Stromkabel ueber der Schulter angequatscht, mich vorgestellt, gesagt was ich fuer ne Ausbildung gemacht habe und ob er jemanden kennt, der mir nen Job besorgen kann. Er hat gleich die Handynummer von seinem Cheff rausgerueckt wo ich auch gleich angerufen habe. Und tatsaechlich ! ICH BAUE HEUTE ABEND DIE BUEHNE VON DEN ROLLING STONES AB ! Ist das nicht der Wahnsinn ?! Ist zwar nur 5 bis 6 Stunden fuer laecherlich wenig Geld, aber um Kontakte zu knuepfen und weitere Jobs zu bekommen genau das Richtige. Ausserdem kann ich mir ( hoechst wahrscheinlich ) einen Teil vom Konzert angucken - fuer umme ! DIE Rolling Stones, auf ihrer wahrscheinlich letzten Tournee ! Glueck muss man haben. Ich schreib gleich morgen wie es war. Also bis dann, gruss, Magnus

P.s.: Meinem kleinen Cousin Kevin nachtraeglich alles Gute zum 19. Geburtstag. Ich wollte eigentlich anrufen, hab ich aber total verpennt. Sorry ! Hoffe Du hast schoen gefeiert....

4.05.2006

Automobil

Ich war heute wieder, so wie die letzten Tage auch, in dem Parkhaus wo die anderen Backpacker ihre Autos verkaufen. Und ich hab da einen schoenen Gelaendewagen entdeckt : Na, was sagt Ihr dazu :












Is natuerlich nur Spass ! Die Kiste steht am Eingang zum Parkhaus. Wohl als so ne Art Mahnung !
Aber einen nette Kombi hab ich schon gesehen. Das schwedische Paerchen, das ihn verkauft, will nur ein heiden Geld dafuer haben. Und da die noch 10 Tage zeit bis zum Rueckflug haben, glauben die das schon irgendjemand in dieser Zeit vorbei kommt und die 3500 Dollar zahlt. Nich mit mir. mehr als 2000 Dollar gebe ich nich aus. Werde schon was anderes finden, bei dem derzeitigen Abgebot...
Heute war ich mit meinem Rad am Strand, Bondi Beach, ein am Wochenende total ueberlaufener Touristenstrand. Aber in der Woche gehts. Ganz schoen da. Mit dem Rad in einer halben Stunde zu erreichen. Ach ja, mein Rad. Anfangs so toll angepriesen war es einige Tage kaputt. Ich war auch noch selber schuld. Ich habs in der Bahn mitgenommen. Und beim aussteigen bin ich an der Tuer haengen geblieben. Dabei ist der, auf englisch heissts derilleur, das Teil am Hinterrad was die Kette spannt, abgebrochen. Ein neues Teil war nicht zu bekommen. Aber Adam von der Rezeption, der Typ der mir auch den Job vermittelt hat, ist ein totaler Fahrradfreak. Der hats wieder hinbekommen. Naja, relativ. Ich hab jetzt ein Eingangfahrrad. Also nix mit schalten. Die Kette wurde um zwei Zahnraeder fest eingespannt. Ich hab dann direkt das ganze Schaltzeug abgebaut. Geht ja auch so. Und das war eh die guenstigste Loesung. Die ganze Reperatur hat mich nur zwei Bier fuer Adam gekostet. Gut, ne ?

Ich habs gleich schon wieder halb zwoelf am Abend. Morgen frueh raus zum Fruehstuecken und dann ab zum Gbrauchtwagenmarkt. Also, man schreibt sich...

4.04.2006

Man war ich im Stress !

Jetzt mal im ernst ! Die letzten Tage ist echt viel passiert ( Ich bin noch in Sydney ). Ich fange mal am Besten am Anfang an. Das war Samstag : Ich sitze so morgens um halb zehn nichts schlimmes ahnend am Fruehstueckstisch und schiebe mir gerade ne Weissbrotstulle mit Erdnussbutter drauf ins Gesicht, da kam Adam von der Rezeption um die Ecke auf mich zu und fragte : "Hey Magnus, hast Du lust heute ein bisschen zu arbeiten ?" Ich etwas ueberrascht sagte nur "Ja?! Gut, gerade rief ein Umzugsunternehmen an, die brauchen noch ne Aushilfe. 15 Dollar die Stunde, nach getaner Arbeit "Cash in hand". Die wuerden Dich in einer viertel Stunde abholen. Haste Lust ?" Und da stand ich nun mit meinem Talent, bzw. sass ich dann kurz darauf da, in einem LKW, neben einem schwitzenden Australier namens Mourice oder so aehnlich. Das waren dann auch alle vom angepriesenen Unternehmen. Mourice und Ich ! Wir fuhren dann auch gleich nach Nord Sydney um los zu legen. Auftraggeber waren ein junges Paerchen, die Ihre Wohnung aufloesten weil sie laengere Zeit ins Ausland wollten ( kenn ich irgendwo her ! ) und wir sollten ihren gesamten Haushalt in eine Lagerhalle verfrachten. Mit dem Aufzug im 7ten Stock angekommen und das zu transportierende unter Augenschein genommen, machten wir uns darauf alles Zeug aus der Wohnung ueber den Ellen langen Flur Richtung Aufzug zu schaffen. Nach etwa 45 Minuten und x mal hin und her rennen war alles aus der Wohnung vorm Aufzug positioniert um in den selbigen verladen zu werden. Und da passierte es : Gerade als wir auf den Aufzugrufknopf druecken wollten ertoente eine Alarmsirene weil der Lift ein Stockwerk tiefer stecken blieb ! Mit wie man hoerte allerhand Menschen drinnen. Der Hausmeister verstaendigte sofort den Techniknotdienst der aber mindestens 45 Minuten brauchte um ueberhaubt erstmal vor Ort zu sein. Da das Paerchen per Stunde bezahlte, beschloss der Gute Mourice ( Wie auch immer man diesen Namen schreibt, hatte ja nie Franzoesisch in der Schule ), dann fangen wir halt an alles per Hand die Treppen runter zu tragen ( 7ter Stock ! ) Nach ich glaube fast zehn Touren hatte ein Techniker den Lift zum Glueck wieder repariert und wir konnten den Rest per Aufzug runter schaffen. Man war ich da froh. Die Waschmaschine sah schon schwer aus, aber der Kuehlschrank hatte Gartenlaubenausmasse ! Wirklich ! Eine riesige Doppeltuer mit Eiswurfelautomat in der Front !
Alles im LKW verladen fuhren wir fast eine Stunde aus Sydney auf dem Highway Richtung Sued-westen in einen kleinen Vorort in dem das Lagerhaus stand. Ich habs von Anfang an nicht geglaubt das sowas geht, aber wir haben einen kompletten Haushalt, sammt Polstermoebel, einem Ehebett, zwei Tischen, acht Stuehlen, einer Waschmaschine, dem erwaehnten Kuehlschrank und etwa dreissig Pappkisten in einem Lagerraum von 2,5 x 3 x nich ganz 3,5 m hoehe verstaut. Mourice und ich mussten uns zwar zu zweit gegen die Tuer stemmen um sie schliessen zu koennen, aber es hat gepasst. Schade das ich meine Kamera nicht mit hatte.
Die Rueckfahrt war leider nicht mehr bezahlt,so waren das nur 6 Stunden Lohn, also 90 Dollar. Entspricht etwa 60 Euro. Ja so war er, mein erster Arbeitstag in Australien...
Naechsten Tag hatte ich vielleicht Muskelkater. Ja genau, der naechste Tag : Sonntag ! Der Job am Tag zuvor war vorlaeufig nur ne einmalige Sache. Daher hatte ich Sonntag frei und bin mit Toni ( Teresa-Antonia :-) bitte nich boese sein ) und Alexander aus meinem Hostel, beide urspruenglich aus Bayern, auf die Koerperweltenausstellung gefahren. Die nennen die hier "Amazing human body exhibition". Sie fand in einer grossen Veranstaltungshalle, dem Superdome, auf dem alten Olympiagelaende statt. Mir wurde erzaehlt das das die selbe sein sollte die auch in Deutschland war. Ich hab sie damals leider nicht gesehen, aber mir kam das schon spanisch vor. Erstmal waren das hoechstens 15 "Leichen", zweitens war deutlich zu erkennen das es sich ausschliesslich um Asiaten handelte, und drittens war nur eine weibliche Leiche dabei. Der Rest waren nur Maenner. Da waren noch ueberall ,angebliche 400, einzelne Preperate, aber nirgendwo preperierte Tiere, wie ich das aus dem Fernsehen in Erinnerung hatte. War das damals auch genau so bei uns ? Naja, interessant wars trotzdem. Am Abend wieder im Hostel angekommen, wollten wir in einer grossen Gruppe ( zu sechst ) zusammen kochen ( wie so oft, ist halt billiger und macht zudem auch mehr spass ). War ( auch wie meist ) eine rein deutsch sprachige Gruppe. Und da die meisten aus Bayern kommen ( ! ) wurde beschlossen selbst schwaebische Spaetzle zu machen. Mit Sahne-champignonsauce ! Die Fleischliebhaber sollten auch nicht zu kurz kommen : Kaenkurusteak ! Aeusserst delizioes ! Echt ! Voll lecker !
Da wir zu viel gemacht haben, haben wir noch zwei Schweden mit durch gefuettert. Die waren von den Spaetzle gleich so begeistert ( war aber auch lecker ) das sie sofort das Rezept in ihr Kochbuch eintrugen. Der Abend endete nach drei lehren Flaschen Wein ( da war ich mit dran beteiligt ) und etlichen lehren Flaschen Bier ( da war ich auch mit dran beteiligt ) !

Montag : Was ich Montag gemacht habe :



Bridgeclimb ! Ihr habt ja sicher diese Kleiderbuegelfoermige Bruecke am Sydney Hafen vor Augen. Und ich bin seitlich hoch bis nach ganz oben geklettert. Ich glaub 80 Meter ueber Wasserspiegel. Wobei kletter echt uebertrieben ist. Von Anfang an : Montag Mittag gings im Bridgeclimb-geschaeft-zentrum-was-auch-immer los. Erstmal eine Formaslitaet unterschreiben, das man Koerperlich fit und geistig auf der Hoehe ist. Dann wegen Alkoholismus in das Roehrchen pusten ( War glaube ich knapp wenn ich an den vorherigen Abend denke ) und dann ging ans umziehen : Man kann seine Sachen anbehalten. Muss man aber nicht ! Auf jeden Fall muss man so ne Art Strampelanzug anziehen mit Reissverschluss auf dem Ruecken. Kann man nicht selber aufmachen, ehrlich. Wenn man seine Sachen drunter anlaesst muss man alle Taschen lehren. Man muss seine Uhr ablegen und darf nichts am Koerper behalten was irgenwie runterfallen koennte ! Also auch keine Kamera. Brillentraeger bekommen so ein Gummiband ueber die Brillenbuegen gestuelpt damit auch die am Mann bleibt. Nicht mal seine eigenen Taschentuecher darf man berhalten. Man kriegt ein Stofftaschentuch mit Gummilasche das man um das Handgelenk traegt und unter keinen Umstaenden ablegen darf. Gegens herunterfallen wird einem ein Klettergurt umgeschnallt. Man ist auf der gesammten Kletterpartie ans Gelaender gebunden. Man koennte nicht mal abstuerzen wenn mans drauf anlegt ! Ein "Bridgeguide" fuert eine bis zu 16 Personen grosse Gruppe an. Da es schon mal recht windig werden kann und der gute Mann nicht nur fuers vorweglaufen, sondern auch fuers erzaehlen bezahlt wird, haben alle ein Funkgeraet mit Kopfhoerer an. Der erzaehl einem teilweise schon interessante Sachen ueber Sydney und vor allem die Bruecke, so nach dem Motto : Wenn sie jetzt nach links gucken sehen Sie das Opernhaus, wenn sie jetzt nach rechts gucken sehen sie nicht was links passiert, und so weiter....! Ist echt schon ein Wahnsinns gefuehl da oben. Vierzig Meter unter Dir rasen Werktags 120 tausend Autos vorbei, alle zehn Minuten eine Eisenbahn, vierzig Meter tiefer passieren Containerschiffe die Bruecke. Und der Ausblick ! Unglaublich ! Strahlenster Sonnenschein. Keine Wolke am Himmel.
Ist nur sehr muehsam da hoch zu laufen. Alle zehn Minuten startet eine Gruppe. Also haste zig Leute vor und hinter Dir. Man geht immer einige Meter und dann wartet man und wartet man und wartet man bis es wieder ein paar Meter weiter geht. Wenn man schon recht weit oben auf der Bruecke ist und nen guten Ausblick hat, ist das OK, aber wenn man erstmal auf dem recht langen Weg zum Bogen ist oder schon auf dem Rueckweg, ist das schon teilweise etwas muessig. Mit dem ganzen Vorspiel und anschliessenden ausziehen dauert das Prozedere 3 1/2 Stunden.. Teuer war der Spass auch noch, verdammt teuer. Umgerechnet 130 Euro. Hat sich aber vollkommen gelohnt. Das war ne Erfahrung fuers Leben, hoffe ich zumindest. In dem Preis ist das Gruppenfoto enthalten. Die schiessen aber laufend Einzelfotos von Dir und wollen Dir die dann hinterher teuer verkaufen. Mensch, die sahen aber auch alle gut aus. Bei einem konnte ich nicht wiederstehen. Und bevor ich mich spaeter aergere es nicht gekauf zu haben, hab ich nochmal 15 Dollar, etwa 10 Euro in ein Portraitfoto von mir mit Opernhaus im Hintergrung investiert. Kommerzielle Halsabschneider, dieses Pack !!!
Abends zurueck im Hostel angekommen gabs kollektives Pfannekucken backen. Und Wein, und Bier und und und....!
Wo wir bei Dienstag waeren : Montag Abend hat mich der Chef von dem Umzugsunternehmen angerufen, ob ich naechsten Tag noch mal ne Runde arbeiten moechte. Klar hab ich zugestimmt, haette ich lieber mal nicht ! Mein Ruecken bringt mich um. Ein chinesisches altes Ehepaar ist aus ihrem Haus in eine kleinere Wohnung umgezogen. Die hatten schweres Mobiliar. Natuerlich wieder nur Mourice und ich. Fuenf Stunden schwerste Malloche bei 35 Grad im Schatten. Also 75 Dollar plus 15 Dollar Trinkgeld. Generell nicht schlecht, wenn man aber nicht umbedingt auf die Kohle angewiesen ist anschliessend zwei Tage lang Rueckerschmerzen hat, ueberlegt man sich zweimal so etwas nochmal zu machen. Ich hab nicht generell gesagt ich arbeite nicht mehr fuer sie, ich hab nur gesagt das ich das fuer 15 Dollar ( 10 Euro ) die Stunde nicht mehr mache. Darauf sagten sie, sie melden sich. Mal gucken was draus wird.

So, ganz schoen viel passiert in den letzten Tagen, was ? Genug fuer heute.

Halt stop, ich muss Wolfgang noch erwaehnen. Ein Typ aus meinem Hostel ( und Bayern ! ) der mal seinen Namen im Internet lesen wollte. Wir kochen immer zusammen. Er ist auch etwa so lange wie ich hier und hat Tischler gelernt. Und er hat hier in Sydney eine Tischlerei gefunden wo er jetzt fuer mehr Geld als in Deutschland arbeiten kann. Der mallocht hier jetzt drei Monate am Stueck und kann dann den Rest des Jahres ohne an Geld denken zu muessen durch Australien reisen. Glueck muss man haben. Vielleicht triffts mich j auch noch. Ich lasses euch wissen, euer Magnus, bis die Tage....