Dieser Blog dient allen an meiner Reise durch Australien interessierten als Infoplattform. Der oberste Text ist immer der Aktuellste. Um mir etwas mitzuteilen, schickt mir eine e-mail ( Der-Magnus@web.de ) oder klickt unter einem Beitrag auf "Comments", dann auf "Anonymous", schreibt euren Text und veröffentlicht ihn. Viel Spaß beim lesen... P.s.:Rechtsschreib- und Interpunktionsfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Belustigung ; Wer welche findet, darf sie behalten

4.23.2006

Gruesse aus Deepwater


Ich weiss, ich hab lange nix von mir hoeren lassen. Daher jetzt ein extra langer Bericht ueber die vergangenen Tage : Ich bin ja letzten Montag in Sydney gestartet. Leider alleine. Ich hab wirklich intensiv nach Mitfahrern gesucht, aber, nix zu machen. Also sind Volker und ich Montag mittag auf nach Norden. Ich bin nicht mit der Voraussetzung gastartet moeglichst schnell weit weg zu kommen. Erstmal einfach nur raus aus Sydney. Daher hab ich die erste Nacht direkt in Newcastle, etwa 2,5 Autostunden von Sydney entfernt verbracht. Newcastle ist australiens groesste Industriestadt. Mit Kohleabbau, riesigem Containerhafen und allerhand Industriegebieten. Alles in allem keine sehr huebsche Stadt. Ich hab Volker auf einem sehr gepflegten Privatparkplatz eines Yachthafens postiert und da die Nacht verbracht. Da ich mein Rennrad bei habe bin ich vorm schlafengehen noch ne Runde durch die Stadt gefahren und hab die Hostels nach willigen Mitfahrern abgeklappert. Nix !
Bis dahin hab ich mich schon entschieden erstmal die Werkstadt in Deepwater anzusteuern um Volker fit zu machen und auch schon alles mit Gerd per Telefon besprochen. Er gab mir den Tipp die beiden neuen Reifen fuer Volker im Raum Sydney zu kaufen, da es da billiger ist, als bei seinem Sohn auf dem "Land". Und somit hab ich naechsten Morgen dem Volker sein neues Paar Schuhe aufziehen lassen. Gegen Mittag wieder auf der Bahn, bzw. abseits des Highway, denn ich will ja was vom Land sehen. Hier gibts regelmaessig Hinweissschilder zu "Tourist ways". Das sind Strecken parallel zu den Highways und Hauptverkehrsstrassen durch allerhand kleine Oertchen und Gebiete die man sonst nicht sieht. Das sind dann zwar immer Umwege, aber wenn man Zeit hat ist das fantastisch. Man faehrt durch Ortschaften an der Kueste mit weniger als 100 Einwohnern und die haben Traumstraende vor der Tuer. Und weit und breit keine Touristen. Kleine Paradiese. Zehn Minuten nach fahrt auf meinem ertsen Tourist way hab ich auch gleich zum ertsen Mal frei lebende Kaengurus gesehen.
Am fruehen Abend kam ich in Port Macquary ( oder so aehnlich, ich hab gerade keine karte zur Hand ) an. Ein nettes kleines Oertchen das bei Rentner sehr als Altersruhesitz beliebt ist. Ca. 500 km noerdlich von Sydney schon spuehrbar waermeres Klima. Ich hab erstmal am Haupt-touristen-strand geduscht ( Kalt - ist halt umsonst ) und mir mein Abendessen gekocht. Zum schlafen dort parken ging aber nicht. Ueberall standen grosse Verbotsschilder. Und wenn einen die Polizei bein Campen erwischt kanns richtig teuer werden. Darum bin ich etwas an der Kueste entlang gefahren und hab am erstbesten Strand ohne Camping-verbotsschilder geparkt und geschlafen. Da war es schon dunkel und ich hab das Meer nur gehoert und wusste garnicht wo genau ich da gerade Stehe. Auf jeden Fall standen da schon zwei andere Vans am Strassenrand in denen eindeutig Leute schliefen. Man kriegt da nach einiger Zeit einen Blick fuer: Zugezogene Gardienen und beschlagene Scheiben = Backpacker.
Und naechsten Morgen dann der Hammer. Um acht aufgewacht, raus aus dem Wagen und Bohr ey ! Ein zwar kleiner aber super huebscher Strand. Hoechstens dreihundert Meter lang in einer Bucht. Traumhaft. Sonnenschein, tuerkis-blaues Wasser, die Wellen preschten auf den Strand. Haette der Garten Eden ein Strand, ungefaehr so saehe er aus ! Ehrlich. Ein peniebel gepflegter Gruenstreifen zwischen Strasse und Sand, mit Picknickbaenken und Palmen. Und fast kein Mensch ausser mir da. Herrlich. Ich hab sofort mein Fruehstueckszeug ausgepackt und erstmal mit Meerblick im Palmenschatten meine Ernussbuttertoast und Muesli mit Milch gefutter. Waehrend dessen hat sich keine zehn Meter von mir eine Surfschule aufgebaut. Wie das in Australien so laeuft begruesst man sich und kommt auch irgendwie ins Gespraech. Ich hab mich sofort erkundigt ob sie heute ausgebucht sind und was das so kostet. Und was glaubt Ihr wohl ? Noch freie Plaetze, zwei Sunden Kursprogramm fuer Anfaenger 40 Dollar inkl. Surfboard und Shorty ( Neoprenanzug ). Erst kurze Einweisung, trockenuebungen am Strand und keine 20 Minuten spaeter lag ich auf dem Brett im Wasser und hatte den Spass meines lebens. Auf der Liste mit meinen 10 besten investierten 40 Dollarn steht die Aktion gaaaaanz weit oben. Wir waren ungefaehr 15 Surfanfaenger. Von 14 bis 40 Jahre alles dabei. Und ohne anzugeben, ganz ehrlich, ich war einer der ersten die aufrecht auf dem Brett standen. Zwar nicht lange, aber ich stand. Und man ist das anstrangent. Der Wellengang an dem tag war echt nicht ohne. Fuenf Minuten Paddeln fuer vielleicht 20 Sekunden Spass. Trotzdem super Sache. Ich werds bei der naechsten Gelegenheit gleich wieder probieren. Nur die Wunden an meinem Bein brannten etwas. Das war auch ein Ding. Ein Tag zuvor hab ich ne Pause vom Autofahren am Strand eingelegt. Ich wollte Barfuss etwas in der Brandung entlanglaufen. Zwischen Parkplatz und Strand war ein kleiner Zaun, eher eine Duenenbefestigung gespannt. Etwa 80 cm hoch. Auf meiner Seite sogar noch flacher, da ich auf nem Sandhaufen stand. Ich war irgenwie zu faul um den Zaun herum zu laufen. Daher dachte ich mir ich springe einfach rueber. Ist ja auch keine grosse Sache. In der linken Hand hatte ich einen Apfel, in der Rechten meine Wasserflasche. Ich setzte zum Sprung aus dem Stand an, ging in die Knie und sprang ab. In dem Moment gab der Sandhaufen auf dem ich stand nach und sackte etwas ab, wodurch ich nicht genug an Hoehe gewann und nur EIN Bein ueber den Zaun kam. Mit dem anderen blieb ich haengen, landete mit meinem besten Stueck auf dem Zaun ( zum Glueck nur ein dickes Seil das ein feinmaschiges Netz hielt ) hatte aber noch Schwung nach vorn und kippte seitlich Richtung Strand weiter. Das Gelaechter am Strand hielt sich zum Glueck in Grenzen. Sofort standen Leute um mich herum und erkundigten sich ob ich ok bin. Das war einer dieser Momante wo man am liebsten im Boden versinkt. Naja. Ich habs ueberlebt. Mein linker Obersckenkel ist voller Kratzer, mein Knie voller blauer Flecken und mein Schienbein, ach was weiss ich was das fuer Wunden sind. Auf jeden Fall alles schoen bunt. Und das brante halt tierisch naechsten Tag beim surfen wegen dem Salzwasser. Egal, weiter im Text. Nach einigen Kilometer kam ich am Abend nach Coffs Harbour. Nicht erwaehnenswertes passiert in de Kaff. Ich hab am Fischerhafen geparkt und geschlafen. Und ich hab mich telefonisch bei Gerd in Deepwater angemeldet. Nach Blick auf meine Karte hab ich mir ausgerechnet das ich noch zwei Tage bis dahin brauchte. Das war aber letztendlich viel zu viel, ich haette schon am naecheten Tag am nachmittag da sein koennen. Ich wollte natuerlich nicht einen Tag zu frueh unangemeldet bei den Tucholskis auftauchen. Daher hab ich auf halber Strecke eine Nacht im Gibraltar Range Nationalpark verbracht. Wirklich toll. Er liegt in einem Gebirge. Ich bin fast ne halbe Stunde nur Bergauf gefahren. Dann von der Hauptstrasse durchs Gebirge noch neun Kilometer ueber Schotterwege zum Parkeingang. Da gabs aber kein Pfoertner oder Empfangshaeuschen. Nur Infotafeln mit Kaestchen in denen Formulare sind die man ausfuelt, passend Geld ( 7 Dollar pro Tag pro Person und Auto ) in einen Umschlag fuer die Standgebuehr steckt, den in den Kasten zuruck legt und sich einen Kontrollabschnitt auf Armaturenbrett legt. Ab und zu fahren Ranger auf Motorquads vorbei und kontrollieren das. Sonst ist man auf sich allein gestellt. Ich kam leider spaet am Tag im Park an und koennte nicht mehr viel vor Einbruch der Dunkelheit machen. Aber naechsten Morgen hab ich mir nen Wanderrucksack gepackt, hab mir ne schoene Wanderstrecke ausgesucht und bin losmaschiert. Ich hab mir Anvil Rock als Ziel ausgesucht. Sollte drei Stunden dauer. So um die 8 Kilometer. Nur hab ich die Info falsch verstanden und aus 8 wurden fast 16 Kilometer und aus drei Stunden wurden fuenf. Daher kam ich auch etwas zu spaet als erwartet bei Gerd in Deepwater an. Aber der Park ist unglaublich schoen. Es geht staendig abwaechselnd durch normalen Wald und dann wieder durch Regenwald. Mit spektakulaeren Ausbblicken und wahnsinnig tollen Flusslaeufen. Anvil Rock ist ein Granitfelsenberg inmitten eines riesigen Regenwaldtales. Es gibt nur einen Wanderpfad von dem man nicht abweichen kann, selbst wenn man moechte. Der Busch bzw. Wald ist einfach zu dicht. Und der Ausblick von da oben...! Eigentlich endet der offizielle Wanderweg kurz vor der Bergspitze. Aber ich hab einen Weg bis fast ganz nach oben gefunden. Ne ganz schoene Klettertour durch enge Felsspalten und uebergroesse Felsen. Dabei kann man nicht anders als zum Wander und Naturfreak zu werden. Richtig toll.
Am Abend kam ich in Deepwater bei Gerd an. Der hat mich schon garnicht mehr erwartet und dachte ich komm dann erst naechsten Tag an. Daher hatte er auch leider keine Zeit mehr an dem Abend und ich hab am Rande eines kleinen Parks in Volker uebernachtet. Und in dieser Nacht gabs ausgerechnet noch den ersten Frost des jahres. Man hab ich gefrohren. Ich bin um vier in der nacht aufgewacht und alle meine Scheiben waren zugefrohren.
Uebrigens Deepwater ist sogar auf meiner ganz grossen Australienkarte aus meinem Reisefuehrer abgebildet. Daher war azunehmen das das schon ein etwas groesseres Staedtchen ist. Also ich mit Volker nach Deepater ueber die Hauptstrasse reingefahren kam, hab ich nen Blick nach links auf die Haeuser geworfen. Als ich nach rechts gucken wollte, war ich schon fast wieder aus Deepwater raus. 300 Einwohner ! Klein ist noch uebertrieben. Nichtmal der Hund ist hier begraben. Trotzdem ganz nett hier. Die Tucholskis wohnen etwas ausserhalb. Gerd mit seiner Frau Brigitte und ihrer Mutter. Brigitte hab ich leider noch nicht kennen gelernt da sie gerade auf einer Hochzeit in Indonesien ist. Fuer deutsche Verhaeltnisse sind sie schon Grossgrundbesitzer. Mit nettem Haeuschen im gruenen und kleiner Rinderzucht, Huenern und zwei Pferden. Wir sind am Tag meiner Ankunft noch zur Werkstatt gefahren, die mal Gerd gehoerte und jetzt von seinem Sohn Simon gefuehrt wird. Das war am Freitag. Simon hat aber erst morgen ( Montag ) fuer mein Auto zeit. Daher hatte ich wiederrum etwas Zeit und wollte erst wieder in einen Nationalpark fahren, doch Gerd und Simon ueberredeten mich in Deepwater zu bleiben und mit ihnen das Wochenende zu verbringen. Das war echt toll. Freitag Abend bin ich mit Simon, seiner Frau Elice und deren Freund Andrew in die naechste Stadt nach Tanterfield in eine Bar gefahren. Hier ist es ueblich seine Abende in den Kneipen vor Gluecksspielautomaten zu verbringen, wie man sie aus unseren Kneipen und Pommesbuden kennt, nur ein klein wenig besser bzw. attraktiver aufgemacht. Simon hat da auch ein recht glueckliches Haendchen. Sein hoechster Gewinn war 1700 Dollar und am Abend als wie da waren hat er auch immerhin 700 Dollar gewonnen. Fuer mich ist das aber nix. Ich hab mit Andrew erst Dart und dann Billard gespielt. Andrew ist in der Schafzucht taetig. Bevor wir nach Tenterfield raus sind haben wir noch ein paar Schaafe mit dem Truck zur Herde zurueck gebracht. Auf dem Weg ging die Sonne gerade unter, ich bin auf der Ladeflaeche mit gefahren und in der Ferne huepften Kaengurus umher. Echt iduellisch romantisch das Landleben hier. Ich durft die Nacht bei Simon im Gaestezimmer uebernachten. Heute uebernachte ich bei Gerd auf der Couch im Wohnzimmer. Ich darf bei den Temperaturen nicht mehr im Auto uebernachten da ich mir bein letzten mal ne ordentliche Erkaeltung weggeholt habe. Ich sitzte gerade auch mit Taschentuechern in der Nase vor Gerds Pc, damit ich beim schreiben nicht die Tastatur volltropfe. Die sind hier mehr als gastfreundlich zu mir. Ich durfte bei Gerd meine Waesche waschen, meine Auto endlich mal vernuenftig von innen putzen, kriege hier das leckerste Esser serviert und kuemmern tun die sich auch noch um mich mit meiner Erkaeltung. Um mich wenigstens etwas erkenntlich zu zeigen hab ich Gerd heute geholfen ein kleines Gemuesebet anzulegen. Erst haben wir Eisenstangen in den Boden geschlagen, mit einem dicken Rohr mit zwei Griffen an der Seite, keine Ahnung wie das genau heisst. Nach drei Stangen hatte ich schon Blasen an den Haenden, die auch sofort aufplatzten. Man war mir das peinlich. Das hat ausgesehen als haette ich noch nie schwer mit meinen Haenden gearbeitet. ( Ich kann mir meine alten Kollegen von der Buehnentechnik bildlich vorstellen, wie sie das lesen : "Kann er auch nich....!" :-) Weiss auch nicht wie das so schnell kam. Egal. Anschliessend haben wir Wellbleche drum herum abgebracht und alles mit Pferdemist von der Koppel gefuellt, damit die Hasen nicht an die Triebe kommen. Ich durfte nen alten Toyota Gelaendetagen fahren. Der ist aelter als ich. Total witzig die alte Moehre.
Morgen frueh gehts zur Simons Werkstatt und da wird Volker dann fertig gemacht. Neue Bremsscheiben vorne, irgendwelche unteren Bolzen von der Vorderradaufhaengung und noch ein Paar andere Kleinigkeiten.
Dann gehts morgen direkt weiter nach Byron Bay, dem Surferhotspot unterhalb von Brisbane. Dort treffe ich Boris und Alexander aus dem Hostel in Sydney wieder. Ich werde da wohl ein Paar Tage bleiben, mein Surfstil trainieren. Brois hat sich naemlich nen Van gekauft wo ein Surfbrett bei war. Das wird TOLLLLL !
So, jetzt seid Ihr wieder auf dem laufenden. Ich hoffe das ich das regelmaessige Schreiben beiberhalten kann. Denn das Nachtragen fuer ne ganze Woche in der so viel passieren kann, ist echt muehsam. Also, gruss an alle, bis denne, euer Magnus...

6 Comments:

Anonymous Anonym said...

Servus

WOW. Nicht schlecht Herr Schmidt.
Was soll man mehr dazu sagen.
Alles Gute weiterhin auch von Rieke und meinen Eltern.
Leif

Montag, April 24, 2006 8:06:00 AM

 
Anonymous Anonym said...

Hey Surfer-Boy,

dein Trip hoert sich ja wirklich wundervoll an. Bin fast ein bisschen neidisch denn hier in Sydney ist es mittlerweile ganz schoen kaaaalt! Heute regnet es sogar! Hast also alles richtig gemacht.
Ich habe nun endlich meinen Flug gebucht. Am 3. Mai gehts nach Melbourne (ja! und auch dort ist es kalt...)
Mach dir eine schoene Zeit und geniess das Wetter. Vielleicht sehen wir uns ja doch noch irgendwann. Hier weiss man ja nie!
Gruess die Jungs von mir und viel Spass beim Surfen!

Liebe Gruesse,
Ina

Mittwoch, April 26, 2006 4:34:00 PM

 
Anonymous Anonym said...

good that folker made it to byron bay, i hope it serves its purpose for you,
why tell the world and especially my farther that i won on the pokies, now i have to give him half.

Freitag, April 28, 2006 3:28:00 PM

 
Anonymous Anonym said...

witzbold... simon gives me not half...he gives me nothing..silch..nix..

Samstag, April 29, 2006 8:58:00 AM

 
Blogger Unknown said...

Sorry Simon, sorry Gerd... :-)

Samstag, April 29, 2006 10:34:00 AM

 
Anonymous Anonym said...

no worries.....only joking,love the report..keep up the good work,and hope the weather improves...gruesse aus deepwater...and to let you know...BRIGITTE is back from bali..cheers
gerd

Montag, Mai 01, 2006 6:51:00 AM

 

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